65+ Besuch im Museum Henry Dunant in Heiden
Wohl uns allen ist der Name Henry Dunant (1828 – 1910) ein Begriff. Dabei denken wir an das Internationale Rote Kreuz; und vielleicht wissen wir auch, dass er den letzten Teil seines Lebens in Heiden verbrachte. Dort steht auch das Museum Henry Dunant, welches am 20. Oktober das Ziel des Herbstausfluges einer munteren 65+Gruppe war. Ein Teil der 16 Teilnehmenden wanderte zuerst vom Kaien hinunter nach Heiden. Dort trafen sie auf die weiteren TeilnehmerInnen und alle erlebten eine interessante Führung in ebendiesem Museum.
Ein besonderer Mensch

Nicht selten braucht es Menschen mit speziellen Fähigkeiten oder besonderem Charakter, um auf der Welt Grosses zu bewirken; und ein solcher war Henry Dunant ganz bestimmt! Bei der Führung erfuhren wir viel Hintergründiges über sein Wesen und Wirken: von seiner gläubigen Mutter, der schwierigen Schulzeit und über seine kolonialistische Geschäftstätigkeiten in Algerien bis hin zum völligen Bankrott – und dem Ausschluss aus dem IKRK! Irrwege und Krisen führten ihn weg von seiner Heimatstadt Genf und trieben ihn in einen vielschichtigen Aktivismus. Dieser war zeitlebens geprägt vom Glauben und seinen humanitären Idealen – aber auch von Geldnot.
Der Not etwas gegenüberstellen – das IKRK
Die Gründung des Roten Kreuzes war nicht der Höhepunkt eines gradlinigen Lebensplanes. Die Schrecken der Schlacht von Solferino (1859) bewegten den jungen Henry Dunant sehr und veranlassten ihn, Hilfe für die Opfer zu organisieren – und zwar unabhängig ihrer Herkunft. So wurde er zu einem wichtigen Initianten in der Entstehungsgeschichte des Internationalen Roten Kreuzes. Im Zusammenhang mit dem IKRK wurden bei der Führung auch schwierige Themen wie ‘Freiwilligkeit & Neutralität’ oder ‘Kreuz & Halbmond’ angesprochen – Fragen, welche die Welt (und uns) auch heute noch bewegen…
Warum Heiden?
Dass das Museum Henry Dunant in Heiden steht, hat mit den letzten 18 Jahren seines Lebens zu tun, die er im ehemaligen Bezirksspital in Heiden verbrachte. Er lebte dort zurückgezogen in seinen Räumen, was ihn aber nicht hinderte, weiterhin mit der Welt zu korrespondieren. Erst spät wurde Henry Dunant für sein Tun rehabilitiert und fand Anerkennung. Im Museum ist auch die Urkunde des allerersten Friedensnobelpreises zu sehen – den er 1901 erhalten hatte, aber nicht persönlich in Oslo empfangen konnte.
Neben vielen Fakten und Anekdoten konnten wir an diesem Nachmittag auch verschiedene Zitate von Henry Dunant als Erinnerung ‘mitnehmen’. So stand in einer Installation auch seine Aussage: ‘Die Zukunft liegt in den Händen aller’. Wie wahr doch diese Worte sind – gerade in der heute so turbulenten, kriegerischen und herrschsüchtigen Welt! Dieser Gedanke, und vieles mehr, konnte bei der abschliessenden, gemütlichen Zvieri-Einkehr untereinander ausgetauscht werden. Danke für den spannenden Nachmittag!
Peter Kellenberger