Am Sonntag, 2. August 2026, fand in der FEG Gais ein Visions-Gottesdienst statt: Roberto Carlos Gonzales berichtete aus seiner Arbeit in Kolumbien. Zusammen mit seiner norwegischen Frau Isabelle, die Kinderärztin ist, betreuen sie in diesem Land verschiedene Gemeinden. Der Theologe, der von Michèle Müller übersetzt wurde, predigte über den Text aus Johannes 4: Jesus zog von Judäa nach Galiläa und kam so durch Samaria, was die Juden eigentlich vermieden. Dort traf er eine Frau an, die er bat, ihm etwas zu trinken zu geben. So kamen die beiden ins Gespräch, das darin gipfelte, dass Jesus sagte: «Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder Durst bekommen. Dieses Wasser wird in ihm zu einer nie versiegenden Quelle, die ewiges Leben schenkt.» Die Samaritanerin bat nun Jesus von diesem Wasser, damit sie nie mehr durstig sei und bei diesem Brunnen kein Wasser mehr holen müsse.

Vor mehr als zwanzig Jahren lernte Roberto Carlos Gonzales im Norden Kolumbiens auch ein «Samaria» kennen. Dort lebt der indigene Stamm der Wayuu in einer Wüste. Den Frauen obliegt es, für ihre Familien das Wasser zu suchen und nach Hause zu tragen, wobei zum Teil Strecken von mehr als fünf Kilometer zu Fuss zurück zu legen sind, während ihre Männer faul zuhause sitzen! R. C. Gonzales wollte diesen Menschen helfen. Zusammen mit «Vision Global», einem Arbeitszweig von FEG Schweiz war es möglich, bei den Wayuu in dieser kolumbianischen Wüste – eigentlich nicht weit vom Meer entfernt! – einen über 50 Meter tiefen Brunnen zu bohren. Wie gross ist die Freude dieses indigenen Stammes, dass sie jetzt frisches Wasser in ihrem Dorf haben. Roberto Carlos Gonzales ist es aber ein ebenso grosses Anliegen, dass die Bevölkerung das Wort Gottes, «das lebendige Wasser aus der nie versiegenden Quelle» hört.
Beim anschliessenden überaus reichen Apéro blieb genügend Zeit, um über das Gehörte auszutauschen und Gemeinschaft zu pflegen.
Werner Schweizer