Der aufmerksame Besucher merkte am Sonntag, 8. Februar 2026, an der – einmal mehr – wunderschönen Dekoration, dass etwas Besonderes sein musste.Im Zusammenhang mit der Marriage-Week fand ein Special-Gottesdienst statt.
Hans Jörg Forster, Theologe, Paar- und Sexualtherapeut, sprach zum Thema «Mehr Liebe? – Das fängt bei dir an!» Grundlage für seine Ausführungen war die Aussage von Jesus Christus in Matthäus 22, 39: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.» Der Referent betonte dabei, dass gerade auch der zweite Teil der Aussage sehr wichtig sei. Liebe sei kein Schicksal, sondern es brauche ein Gleichgewicht wie beim Blutkreislauf.

So kam er auf den «Herzkreislauf der Liebe» zu sprechen, zu dem a) Lunge, b) Muskulatur und c) Nieren gehören. Hans Jörg Forster meinte dazu Folgendes: a) Wenn du nicht bei dir selber bist, ist es mit einer Partnerschaft schwierig. b) Suche den Weg vom Ich zum Du: Liebe ist nur das, was beim anderen ankommt; übe das, dass du beim Du landen kannst. c) Im Leben gibt es Enttäuschungen und Verletzungen. Wie gehst du damit um? Kannst du loslassen und verzeihen? Hat die Liebe bei dir selber Platz?
Der Referent erklärte, dass das Gegenteil von Liebe nicht unbedingt Hass, sondern eher Gleichgültigkeit oder Teilnahmslosigkeit sei. Liebe sei ein Wagnis: Zeit verschenken; sich selber verletzlich machen.
Konkretes
Hans Jörg Forster gab konkrete Tipps zu drei möglichen Lieblingsgefühlen:
– Du denkst: «Ich bin der Ärmste.» – Konkret: Sag Ja, wenn du Ja meinst, sag Nein, wenn du
Nein meinst.
– «Ich liebe sie, aber sie spürt es nicht.» – Konkret: Liebe ist, was dem andern hilft, sich selber
mehr zu mögen. Der andere steht nicht in meiner Schuld. Es soll dem anderen dienen.
– «Ich kann einfach nicht vergessen.» – Konkret: Suche das ehrliche Gespräch! Vermeide nicht, sondern gehe Probleme an.
Schlussgedanke
Der Referent meinte: «’Liebe deinen Nächsten wie dich selbst’, ist gar nicht so einfach. Du darfst aber wissen, dass Gott der Liebe zu dir steht.» Und weiter: «Wir Christen haben nicht die besseren Ehen. Aber wir können uns von Gott helfen lassen und müssen nicht davonlaufen, sondern an der Beziehung arbeiten.»
Beim anschliessenden Apéro blieb genügend Gelegenheit, um über das Gehörte ausführlich austauschen zu können. Werner Schweizer