Auf Karfreitag, 3. April 2026, hatte die FEG Gais zu einem besonderen Gottesdienst mit Beat Müller von der «Schauspiel GmbH» (Gesellschaft mit bestimmter Hoffnung) eingeladen. Bei seiner Einführung outete er sich, dass er wegen seiner Frau familiär mit Gais verbunden sei und sehr gerne ins Appenzellerland gekommen sei.

Die Anwesenden wurden mit dem Kurzvideo «Jede Narbe erzählt eine Geschichte» auf die Lesung eingestimmt: Am Anfang ist Gottes Liebe zu uns Menschen; die Sünde kommt in die Welt; diese Narbe kann nicht heilen; Gottes Sohn kommt.

                                                               

Als Schauspieler las Beat Müller voller Empathie und mit viel Einfühlungsvermögen «Die PASSION» – Bibel pur – seine chronologisch zusammengestellten Bibeltexte zu dieser besonderen Zeit: am Palmsonntag zog Jesus auf einem Eselsfüllen mit seinen Jüngern in Jerusalem ein und wurde mit einem «Hosianna dem Sohne Davids!» sehr herzlich willkommen geheissen. Mit den Worten: «Ihr habt aus meinem Haus eine Räuberhöhle gemacht», vertrieb Jesus die Händler aus dem Tempel. Die Hohenpriester wollten ihn fassen, aber nicht am bevorstehenden Passahfest, da sie Angst hatten vor einem Aufruhr. Beim Abendmahl, das von den Jüngern vorbereitet worden war, sprach Jesus zu seinen Freunden:  «Ich sage euch, einer von euch wird mich verraten.» Beim Gang zum Ölberg bereitete er seine Jünger darauf vor, dass sie ihn alle in dieser Nacht verlassen würden und er von Petrus vor dem Hahnenschrei drei Mal verleugnet werde. Im Garten Gethsemane wurde Jesus mit dem Judaskuss verraten und zu den Hohenpriestern geführt, während die Jünger flohen. Jesus wurde verhört, während Petrus von weitem zusah und seinen Herrn dreimal verleugnete, bevor der Hahn krähte.

Am nächsten Morgen wurde Jesus an Pilatus, den römischen Statthalter, überliefert, denn die Juden selber durften keine Todesstrafe ausführen. Dieser konnte bei Jesus aber keine Schuld finden. Zum Passahfest war es der Brauch, dass die Juden von Pilatus einen Gefangenen erbitten konnten. Pilatus wollte Jesus freilassen, aber das Volk, das von ihren Führern aufgewiegelt worden war, schrie: «Kreuzige ihn! Lass Barabbas frei!» So gab der römische Statthalter den schuldlosen Jesus zur Kreuzigung frei. Simon von Kyrene wurde gezwungen, Jesu Kreuz auf die Hinrichtungsstätte zu tragen. Neben Jesus wurden zwei Verbrecher ebenfalls gekreuzigt; der eine verspottete den Unschuldigen, während der andere bat: «Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!» Vom Mittag an verdunkelte sich der Himmel; um drei Uhr starb Jesus; im Tempel war zur gleichen Zeit der Vorhang von oben nach unten zerrissen. Ein Ratsherr, Josef von Arimatäa, bat Pilatus um den Leichnam, legte ihn am Abend in seine neue Gruft und verschloss sie mit einem Stein. Da die Juden befürchteten, dass Jesu Jünger seinen Leichnam stehlen könnten, liessen sie das Grab auch noch bewachen.

Nach dem Sabbat gingen zwei Frauen zum Grab, wurden von einem Engel mit den Worten empfangen: «Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Er ist auferstanden!» Sie gingen zurück zu den Jüngern und berichteten alles. Zwei der Jünger waren unterwegs nach Emmaus und unterhielten sich über das Geschehene. Jesus gesellte sich zu ihnen und ging mit ihnen ins Haus; sie erkannten ihn aber nicht. Erst als Jesus das Brot teilte, gingen ihnen die Augen auf. In Jerusalem berichteten sie den anderen Jüngern: «Er ist tatsächlich auferstanden!» Eine Woche später erschien Jesus wiederum den Jüngern; diesmal auch in Gegenwart von Thomas, der das letzte Mal abwesend gewesen war. In Galiläa gebot der Auferstandene: «Gehet hin in alle Welt, machet alle Völker zu Jüngern und tauft sie in meinem Namen! Siehe, ich bin bei euch, bis ans Ende der Welt.»

Unglaublich, dass Beat Müller in einer Stunde das ganze sehr dichte Geschehen vom Palmsonntag über Karfreitag bis Ostern und darüber hinaus mit so viel Liebe und Herzblut den Anwesenden sehr einfühlsam mitgeben konnte! Sichtlich bewegt und berührt bestand beim anschliessenden Kirchenkaffee die Möglichkeit zum ausgiebigen Austauschen.

Werner Schweizer